Homepage des TuS Tiefenstein 1875  e. V.

 

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Allgemeiner Überblick

 

Der TuS Tiefenstein ist, wie es sein heutiger Name besagt, ein Allsportverein, der aus zwei Wurzeln, der turnerischen und der sportlichen, zusammengewachsen ist. Der 1. Abschnitt der Vereinsgeschichte von 1875 bis 1918 wurde vom deutschen Turnen geprägt, das in dem Werk und der schöpferischen Kraft des Turnvater Jahn seinen Ursprung hat. So lebte denn in unseren früheren Turnern ein freiheitlicher und nationaler Gedanke, der sich auf allen Turnfesten offenbarte. Die Turner in ihrem Verein betrachteten sich als Hüter des väterlichen Gedankens. Gemeinschaftsgeist und Willensschulung waren Ausdruck ihrer völkischen Haltung und charakterlichen Formung.

Der Jahnsche Urgedanke vielseitiger Körperübungen unter Einbeziehung aller möglichen Sportarten hatten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vom preußischen Lebensstil her bedingt, eine Verengung erfahren. So wie in den früheren Schulen, in der staatlichen Verwaltung und auch im familiären Lebensbereich gab es immer wieder die zwei Pole von Befehlen und Gehorchen, Vormachen und Nachmachen. Hinter allem stand aber dennoch ein hohes Ziel: der Dienst an der Gemeinschaft unter Hinanstellung persönlicher-privater Interessen. Die damaligen Übungen an Reck und Barren, am Pferd und an den Ringen würden auch unserer heutigen haltungsgefährdenten Jugend nicht schaden, wenn auch die Methoden eines bloßen Drills heute undenkbar sind !

Es ist erstaunlich, daß nach dem verlorenen 1. Weltkrieg, der unser Kaiserreich zerbrach, althergebrachte Ordnungen zerstörte und neue, politisch unerfahrene Volksschichten auf die parlamentarische Bühne hob, sehr schnell wieder - gerade in der materiellen und politischen Notlage von Staat und Volk - der turnerischen Kräfte lebendig wurden. Der Geist der Gemeinschaft wurde wieder wachgerüttelt, neben die gemeinsame Freizeit trat auch die Freiheit des Einzelnen.

Gerade in den Tiefensteiner drei Vereinen der Zeit nach dem 1. Weltkrieg ( TV 1875, TV Jahn, FC ) traten Männer auf den Plan, die mit großer Initiative und unter freiwilliger Mithilfe fast aller Vereinsmitglieder daran gingen, Sportstätten zu bauen, ein Schwimmbad zu errichten und Leibesübungen über das Turnen hinaus zu betreiben. Ein freiheitlicher Geist schuf sich neue Wege. Eine Art Drang zum Natürlichen bahnte sich an, neue Kraftquellen zur Leibesbildung wurden freigelegt: Wir meinen den Spielgedanken und die Sportbewegung, die beide schon hier und dort als Reaktion gegen die Erstarrung in alte Formen in den Jahren nach 1900 in Erscheinung traten !

Es ist eine Hinwendung auch zum rein Menschlichen, zur Kraft und Entfaltung der Person selber, die nicht nur unbeobachtetes Glied einer Kette sein wollte. Und das Spiel ist ja selbst ein Phänomen, dass sowohl beim Menschen wie bei Tieren zur Entwicklung gehört, einerseits, um zur Selbstständigkeit zu erziehen, andererseits, um die Lust an Funktionaller Körperbewegung in Gang zu halten. Wo anders als auf dem Sportplatz, auf der Aschenbahn und in den Sprunggruben, im Element des Wassers, dem Schwimmbad, auf den Faustballspielfeldern konnten Körper, seine Seele und sein Geist sich gesund atmen und sich frei fühlen ! Die Zeit zwischen den zwei Weltkriegen brachte den Tiefensteiner Brudervereinen beachtliche Höhepunkte, sei es bei den Handballern, den Fußballern oder bei den Faustballern. Tiefenstein stellte in vielen Disziplinen eine anerkannte Hochburg dar. Daneben blühte gleich nach dem 1. Weltkrieg das Volksturnen auf, also die Leichtathletik im Verband der Turner. Gerade in Tiefenstein hatten wir in dieser zweiten Periode der Vereinsgeschichte grosse Könner, die beispielhaft und mitreißend wirkten. Sie waren beileibe keine Stars, sie fühlten sich ihrem Verein als Ganzem verbunden und schufen ein Vorbild, das in die Breite ausstrahlte.

Der dritte Vereinsabschnitt nach dem totalen Zusammenbruch im 2. Weltkrieg steht uns noch unmittelbar vor Augen. In dieser Zeit begann der großzügige Ausbau und Umbau des Stadengeländes zu einer Gesamtsportstätte. Ihre vorbildliche Lage am Rande der Stadt machte sie zu einem Anziehungspunkt - sagen wir es ruhig - für die ganze Stadt. Die in dieser Zeit investierten Gelder wurden fruchtbringend angelegt, denn sie dienen der Gesunderhaltung der Jugend und der Freizeitgestaltung einer ganzen Gemeinde, auch über den Stadtteil Tiefenstein hinaus. Der Ankauf und Ausbau der Stadenhalle, die neuzeitliche Umgestaltung des Schwimmbades, die Erstellung von festen Räumen für das Zeltlagergelände, die Abrundung der Platzanlagen durch Ankauf weiteren Geländes; dies alles kam nicht von selber, sondern war das Werk von rührigen Vorsitzenden und einer breiten Schar von Mithelfern ! Ein Verein mit solch vielen Abteilungen lädt den Verantwortlichen eine Heidenarbeit auf. Wieviel Zeit für diese freiwilligen Aufgaben geopfert wurde und wird, können nur die ermessen, die selber als Mitarbeiter in dieser Arbeit stehen. Praktisch bleibt kaum ein Tag in der Woche frei. Die Vereinsarbeit mit ihren vielfältigen Problemen greift oft tief in das Familienleben ein.

Ein großer Unterschied besteht besonders zwischen dem 2. und dem 3. Abschnitt. Zwischen den beiden Weltkriegen gab es eine große Anzahl von Helfern, die sich freiwillig und uneigennützig in den Dienst des Vereines stellten. Nach dem Beruf kam gleich der Verein: Es wurde geholfen und zugepackt. Der Verein war das Band, das denTiefensteinern die Freizeit wert machte und eine Art Dorfgemeinschaft bildete.

Nach dem 2. Weltkrieg greift die Technik, die Motorisierung und die Vergnügungsindustrie ins Spiel. Gewiß hatten die Tiefensteiner Turner und Sportler auch nach dem 2. Weltkrieg große Idealisten in ihren Reihen. Aber über den erweiterten Vorstand und eine Anzahl treuer Freunde und Vereinsanhänger hinaus sind es immer wieder dieselben Leute, die mithelfen und das Wort "dienen" noch groß schreiben. Viele Sportler spielen und kämpfen treu auf ihrem Posten. Aber nur wenige sind bereit, darüber hinaus ein Amt oder eine Aufgabe zu übernehmen. Die Möglichkeit der Ablenkung, z.B. Auto oder Fernsehen, lassen manche gutveranlagte Kraft schnell erlahmen, die in früherer Zeit eine zuverlässige Stütze für den Verein geworden wäre !

Dennoch soll gesagt werden, dass insgesamt die Tiefensteiner Turner und Sportler eine echte Breitenarbeit leisten. Innerhalb der vielen Abteilungen nimmt, aufs Ganze gesehen und im Vergleich zu manchen Nachbarvereinen eine ansehnliche Schar von Jugendlichen an den Übungsstunden teil, turnt und spielt in den Reihen der vielen Mannschaften, gleich welcher Art. Wenn man in Tiefenstein besonders die älteren Jahrgägne anspricht, so erfährt man, dass fast jeder irgendwann und irgendwo Leibesübungen getrieben hat. Ja, es gab und gibt nicht wenige, die zugleich Turner und Handballer oder Turner und Fussballer und daneben Leichtathleten waren und sind. Ein Beispiel für viele: Paul Mildenberger war geräteturner, Volksturner oder Leichtathlet, Handballer und Faustballer. So war Breitenarbeit in Tiefenstein schon immer stark ausgeprägt ! Eins ist am Beispiel des TuS Tiefenstein zu erkennen: Ein Verein steht und fällt mit seinen Vorsitzenden, und ein Verein steht und fällt mit der Fähigkeit und dem Geschick, die richtigen Mitarbeiter und Abteilungsleiter zu finden. Bisher ist dies im großen und ganzen noch immer gelungen. Je mehr Weitblick, Überblick und Sachverständnis den einzelnen Leitern anhaftet, desto besser ist die Zusammenarbeit im Vorstand und das Verhältnis zwischen Spielausschuß und Spielern. Ein rechtes Vorbild, verbunden mit Organisationstalent, taktischem Geschick und kluger Menschenführung: das soll unser Ideal und Streben sein zum Wohle der Jugend und zum weiteren gesunden Fortbestand des TuS Tiefenstein.

Fräulein Ida Lauer ( später Frau Carl Becker IV )
sprach vor 130 Jahren den Fahnenspruch


von 1875 bis zum 1. Weltkrieg

Die Wiederaufrichtung eines deutschen Kaiserreiches 1870 / 1871 verstärkte im Deutschen Volksbewusstsein den nationalen Gedanken einer deutschen Schicksals, die sich in der europäischen Mitte behaupten musste. So geschah es, dass auch in dem früheren Obertiefenbach und dem unteren Hettstein am 21.02.1875 von 52 Männern gemeinsam ein Turnverein aus der Taufe gehoben wurde unter dem Namen " Wacht am Rhein ". Dieser Name wurde aber im Jahre darauf nach dem Austritt der Hettenrodter Turner umgewandelt in " Turnverein Obertiefenbach-Hettstein ".


TEIL II  -  Vereinsgeschichte von 1975 - 2000

 

Vorwort 125 Jahre Turn- und Sportverein Tiefenstein, die meisten von uns sagen einfach TuS. Viele Jahre, länger als ein Menschenleben. Viele Erinnerungen an gute und auch an schlechte Zeiten. Aber jeder von uns wird an den TuS seine eigenen Erinnerungen haben: Denkwürdige Ereignisse, große Siege, schmerzliche Tabellenabstiege, zünftige Feste oder einfach nur eine lustige Anekdote unter Vereinskameraden. Denkt man selbst einmal zurück, wird jeder von uns bestimmt an etwas anderes denken. Der eine erinnert sich vielleicht: „Ach ja, im TuS war ich als Kind auch mal“, ein anderer sieht den Gegner im Spiel, der dritte sagt sich: „Ja, der TuS ist mein Leben“. Vor 25 Jahren feierte der TuS sein 100-jähriges Jubiläum. Blicken wir gemeinsam noch einmal zurück auf dieses große Ereignis und nehmen wir es als Ausgangspunkt für eine gedankliche Reise durch die letzten 25 Jahre TuS-Geschichte ...


 


Die Verfasserin dieser 25-jährigen Rückblende ist unser Vereins-mitglied Verena Gerber. Als Tiefensteinerin ist sie sozusagen mit dem TuS-Tiefenstein groß geworden. Verena Gerber ist 24 Jahre alt und studiert zur Zeit an der Universität in Leipzig. Die Sichtung und Beschaffung des notwendigen Schrift- und Bild-materials wurde von der, durch den Vorstand eingesetzten Redaktions Kommision (Johann Reit, Albert Vohl, Hans Wacker, Karl-Heinz Felske, Heinz Mayer) vorgenommen, die auch für die Richtigkeit des Inhalts verantwortlich zeichnet. Die Korrekturlesung erfolgte durch Reiner Schuch !


Es ist das Jahr 1975, den 1. Vorsitz im TuS hat Johann Reit und die Mitgliederzahl beträgt 1 225. Das Festkomitee und zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer stecken mitten in den aufwendigen Vorbereitungsarbeiten. Ein neuer Rasenplatz wird angelegt, die Sportanlagen in Ordnung gebracht, geputzt, gewienert und und und ! Den vielen helfenden Händen sei an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön ausgesprochen !

Letztendlich ist es dann soweit: Das Programm steht fest, der Ablauf ist geregelt, das Festzelt aufgebaut und für die Gäste bereit. Die Sport-Festtage vom Samstag 7. bis Montag 16. Juni 1975 können beginnen. Tag für Tag hat jeder die Möglichkeit Darbietungen der verschiedenen Abteilungen unseres Allsportvereins zu besuchen. Volleyball, Tischtennis, Handball, Leichtathletik, Turnen, Gymnastik und natürlich Fußball stehen auf dem Programm. Einen sportlichen Höhepunkt bietet das Fußballspiel zwischen der Stadtauswahl Idar-Oberstein ( TuS-Spieler: Kemmer, Dietrich, Schreiber, Lautz und Lorenz ) und dem Bundesligisten 1. FC Köln. Die Stadt-Elf legt schon gleich in der 17. Minute den ersten Treffer vor und hält sich eine halbe Stunde lang ohne Gegentor. Dann jedoch schlägt  die Bundesliga - Elf  zu  und  entscheidet das Spiel  8:1 für sich.  Dennoch kommen die rund
2500 Besucher voll auf ihre Kosten, denn die Stadtauswahl läßt sich nicht in die Defensive drängen, sondern zeigt einige schöne Spielzüge. Auch die Kölner liefern ein schönes Spiel, besonders WM - Finalist Wolfgang Overath. Nach dem Spiel hat dieser ein dickes Lob für die Stadt-Elf parat: „Sie hat meiner Meinung nach sehr vernünftig gespielt, indem sie mitgespielt hat...“. Fazit: Allgemeine Zufriedenheit auf Seiten der Spieler sowie der Zuschauer !

Einen weiteren festlichen Höhepunkt beschert uns der große Festkommers am Abend des 14. Juni. Ein großartiger Abend, würdig des 100-jährigen Jubiläums. Das große Festzelt ist mit 1500 Besuchern voll besetzt. Zahlreiche Ehrengäste haben sich eingefunden, welche in der Eröffnungsrede vom 1. Vorsitzenden des TuS, Johann Reit, herzlich begrüßt werden. Unter ihnen der 1. Vorsitzende des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, August Zeuner als Festredner. Der Oberbürgermeister der Stadt, Erwin Korb, sowie dessen Beigeordneter Sportdezernent Hans Haspel. Der Idar-Obersteiner Stadtrat ist mit 16 Mitgliedern vertreten. An der Spitze die Fraktionsvorsitzenden Otto Dickenschied (SPD), und Jürgen Machwirth (CDU). Weiterhin begrüßt werden die Vertreter der einzelnen Fachverbände Turnen, Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis und Leichtathletik sowie weitere Ehrengäste. Ein großes Lob und Dankeschön geht an alle Helfer, die zum Gelingen des Abends und der gesamten Festwoche beigetragen haben !

Der TuS-Vorstand im Jubiläumsjahr 1975


Zu Gast beim TuS im Staden, die Bundesligamannschaft des 1. FC Köln mit Trainer Cic Cajkowski

Vor dem großen Spiel: Spielführer Bernd Schreiber (TuS) und Wolfgang Overath ( 1. FC Köln )


Zu Ehrenmitgliedern werden ernannt:
W. Engel, Dr. K. Mildenberger, H. Schmidt, F. Grünewald,
F. Kämmerling, A. Klein, O. Lind, P. Becker

Besondere Ehrung für Max Deußing:
25 Jahre Vorstandsmitglied im TuS Tiefenstein


Die Stimmung ist ob der vielen Lobesworte der Redner bestens, wozu die sportlichen Darbietungen nur beitragen können. Da sind zum Beispiel die Kunstkraftsportlerinnen aus Uchtelfangen, die Turnerinnen aus Niederwörresbach mit ihren Übungen am Stufenbarren und natürlich die international renommierten Turner der Kölner Sporthochschule. Für die musikalische Untermalung sorgen die hiesige Chorgemeinschaft und der Musikverein. Auch die Tiefensteiner Tanzgruppe wird für ihren Karatetanz mit Beifall belohnt. Abschließend spielt die Rio-Band bei bester Stimmung zum Tanz auf. Alle Beteiligten und Besucher loben den TuS für einen gelungenen Abend und eine gelungene Festwoche zum 100-jährigen Jubiläum, aus der noch besonders das Handballspiel des Bundesligisten SG Leutershausen (mit drei Nationalspielern) gegen eine heimische Bezirksauswahl mit Oberligaspielern auf dem Hartplatz zu erwähnen ist.

Außerdem das bundesoffene Leichtathletik-Sportfest mit 165 Aktiven aus 26 Vereinen. Auch nennen sollte ich den Abend der Frauen mit Gemeinschaftsdarbietungen von 400 Frauen aus 20 Vereinen unseres Kreises unter der Leitung von Waltraud Paulus auf dem Rasenplatz. Interessant sicherlich auch der allumfassende Finanzbericht über die Festabrechnung von Albert Vohl, dem Leiter der Festkommission. Demnach stehen den Gesamtausgaben in Höhe von 74.443,13 DM Gesamteinnahmen (einschließlich Jubiläumsspenden) von 99.828,833 DM gegenüber, so dass ein stattlicher Gewinn von 25.385,70 DM erwirtschaftet wird. Rund 500 Mitglieder (Frauen, Männer und Jugendliche) leisten in der Festwoche über 5.000 freiwillige Arbeitsstunden. Umgesetzt werden unter anderem 55 hl Faßbier, 1.309 l Wein, 7.900 Flaschen alkoholfreier Getränke, 5.600 Würste, 419 kg Spießbraten und 4.210 Wasserweck.


Festkommers: Gelungener Handstand eines Turners der Sporthochschule Köln. Im Vordergrund der Vorsitzende des Landessportbundes August Zeuner mit dem Stadt-OB Erwin Korb und den Fraktionsvorsitzenden Jürgen Machwirt (CDU)und Otto Dickenschied (SPD)

 


Schlagzeilen 1975

 

- Carola Geiß wird Rheinlandmeisterin im Schlagballweitwurf. Mit 55,50 m bleibt sie nur 1,50 m unter dem Rheinland-Rekord

- Der Max-Crummenauer - Gedächtnispreis wird an den Tiefensteiner Leichtathleten Joachim Richter verliehen

- Für den verstorbenen Erich Schütz übernimmt Karl-Otto Lautz den Posten des Platzwartes

- TuS-Fußballer schlagen SC Idar 2:0, gewinnen in Baumholder 3:1 und spielen gegen Birkenfeld 4:4

- Die 1. Tischtennismannschaft steht mit 22:8 Punkten hinter Oberstein auf dem 2. Tabellenplatz in der Bezirksklasse Kreuznach

- Die 1. Volleyballmannschaft steigt in die Bezirksliga Trier auf und gewinnt ihre ersten Spiele gegen Konz und Saarburg mit jeweils 3:0 Sätzen


Das Jahr 1976 startet gleich mit Vollgas, beim traditionellen Fastnachtsball unseres Vereins. Das Jubiläum noch im Hinterkopf, lautet das Motto: „Wie vor 100 Jahren“. Auch in sportlicher Hinsicht wartet das Jahr mit einem Highlight auf, denn vom 17. - 19. September ist unsere Stadt Gastgeber des Europa-Festivals, zu dem Sportlerinnen und Sportler aus den Partnerstädten Margate (England) und Les Mureaux (Frankreich) anreisen.

Zahlreiche Besucher tummeln sich bei Sonnenschein auf dem Sportgelände im Staden und feuern die Wettkämpfer an oder genießen die kulinarischen Köst-lichkeiten der Festwirtschaft, mit der der TuS dank eines großen eingespielte Teams, von der Stadt Idar-Oberstein vertrauensvoll beauftragt worden war. Die TuS-Spieler Rainer Diehm und Ralf Schlenger (Tischtennis) sind die besten Spieler in der siegreichen Idar-Obersteiner Stadtmannschaft. Im Laufe des Jahres erzielt der TuS gute Ergebnisse. Bei den Leichtathletikwettkämpfen der Kreisschülermeisterschaften erkämpft der TuS 8 mal Platz 1, 5 mal Platz 2 und 3 mal Platz 3. Bei den Deutschen Schülermehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten in Leverkusen startet Udo Molz und belegt als bester Rheinländer unter 176 Teilnehmern Platz 26 mit 3.528 Punkten (Kreisrekord). Noch im gleichen Jahr verbessert er diesen auf 3.693 Punkte. Die 1. Volleyballmannschaft liegt in der Bezirksklasse Trier bei Halbzeit mit 26:2 Punkten auf Platz 1 vor dem TV Zell, außerdem steigen die Volleyballer in die Bezirksliga Rhein-Mosel auf und auch in allen anderen Abteilungen werden gute Leistungen erzielt.

Das Schwimmbad verzeichnet dank des Jahrhundertsommers einen Besucherrekord von rund 50.000 Badegästen bei 121 Öffnungstagen. Den Einnahmen von 29.000 DM stehen allerdings Ausgaben in Höhe von 45.000 DM gegenüber. In der Mitgliederversammlung wird der Vorstand beauftragt, mit der Stadtverwaltung Idar-Oberstein dahingehend zu verhandeln, dass die, sowohl von den Parteien, als auch vom Stadtvorstand bereits mehrfach zugesagte Durchführung einer Vorplanung für den Bau einer
neuen Halle in Tiefenstein mit 1.Untersuchung und Festlegung des Standortes 2.Erstellung der Planungsunterlagen und Kostenermittlung und 3. Antragstellung auf Mittelzuweisung durch den „Goldenen Plan“ unverzüglich in Angriff genommen wird. Ein trauriges Ereignis wirft einen Schatten auf das Jahr. Max Deußing verstirbt am 4. Mai. Kurz zuvor erhielt er als 1. TuS-Mitglied überhaupt in der Jahreshauptversammlung die neu geschaffene Goldene Ehrennadel mit Brillant für 25 Jahre Vorstandsmitgliedschaft im TuS Tiefenstein.


1. Fußballmannschaft des TuS.
Spielsaison 1975/76, Bezirksliga

 


Schlagzeilen 1976

- Handballabteilungsleiter Eduard Bolek erhält die Silberne Ehrennadel des Handballverbandes Rheinland

- Das Sammelergebnis der TuS-Jugend im Rahmen der Landesjugendsammlung beträgt 1.169 DM

- Verleihung der Goldenen Vereinsehrennadel an Karl-Georg Diehm (Tischtennis), Erwin Aulen-bacher, Ernst Funk, Hartmut Zimmermann (Veranstaltungskommission)

- TuS-Fußballer in der Bezirksliga auf Platz 3 nach der Vorrunde
 


Im Jahr 1977 werden die Stimmen nach einer neuen Sporthalle laut. Die alte hat immerhin schon 25 Jahre auf dem Buckel und ist nun wirklich auch zu klein geworden, um die Ansprüche des Allsportvereins zu erfüllen. Schon länger war das Thema im TuS heiß diskutiert worden, nun stellt der 1. Vorsitzende des Vereins in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Pläne für eine Mehrzweckhalle vor, die endlich die Maße ( 45 m mal 21 m ) und die Bestimmungen für Hand- und
Volleyballspiele einhält und außerdem für die Durchführung von Kulturveranstaltungen geeignet ist. Er betont: „Tiefenstein hat ein moralisches Recht auf eine neue Halle und ist nicht länger gewillt, hinter den anderen Stadtteilen zurückzustehen.“ Daraufhin erfolgt ein weiterer Tiefschlag gegen Sport und Kultur in Tiefenstein ! SPD und CDU lehnen im städtischen Hauptausschuss plötzlich mit 11:3 Stimmen das Tiefensteiner Hallenprojekt ab. Der TuS ist schockiert und betroffen. Unverständlich ist die ablehnende Haltung der beiden großen Parteien. Sie steht in krassem Widerspruch zu den in den letzten Jahren immer wieder gegebenen Versprechungen für das Tiefensteiner Hallenprojekt.

Der TuS - Vorstand kontert und wendet sich sofort in einem weiteren Schreiben an den Stadtvorstand und Stadtrat. Er fordert, den Planungsauftrag für die Tiefensteiner Halle unverzüglich, wie im Haushalt 1977 vorgesehen, zu vergeben, damit die für 1979 vorgesehenen Mittel aus dem Goldenen Plan nicht verfallen. Gleichzeitig  bittet der Vorstand die Stadt, sich alsbald mit dem Ankauf des TuS-Schwimmbades zu befassen. Doch soll es noch einige Zeit dauern, bis das Hallenprojekt begonnen wird. Bis dahin will ich kurz ein weiteres Ergebnis des Jahres 1977 nennen: Ebenfalls in der außerordentlichen Mitgliederversammlung gibt der 2. Vorsitzende Albert Vohl einen umfassenden Finanzbericht über das fünftägige Europa-Sportfestival im Staden ab. Der dabei vom TuS erwirtschaftete Reinerlös in Höhe von fast 10.000 DM wird je zur Hälfte auf den TuS und den Stadtverband „Sport“ aufgeteilt. Außerdem feiert die Fußballabteilung in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. In einer umfangreichen Darstellung werden die Entwicklung der Abteilung von 1927 bis 1977 sowie die besonderen Erfolge durch den Abteilungsleiter Paul Schreiber erwähnt !



Motto für den TuS-Fastnachtsball 1977
 



Abschlußtabelle
Fußball-Bezirksliga Nahe 1977/78

 


Schlagzeilen 1977

- Karl-Heinz Schäfer stellt seinen Film „100-jähriges Vereinsjubiläum des TuS“ in der Stadenhalle vor

- Beim TuS-Fastnachtsball ist „Dragula“ zu Gast. 400 Personen sind dabei

- Fritz Cullmann und Johann Reit erhalten die Goldene Vereins-Ehrennadel mit Brillant für 25-jährige Vorstandstätigkeit

- Die Goldene Vereinsnadel erhalten Dieter Wendling und Hans-Werner van der Woude

- Heinz Wallerath, Fußballjugendleiter, erhält die Ehrennadel des SWFV

- Erfolgreiche Saison für die Handball-abteilung. Die 1. Mannschaft wird Meister in der Bezirksklasse. Auch die Damen werden Meister !

- Udo Molz reiht sich im Leichtathletik- Vierkampf unter die besten 30 in der Bundesrepublik ein und erhält die Leistungsnadel des DLV

- Johann Reit erhält die Goldene Ehrennadel der Stadt Idar-Oberstein

- Der Verein erstellt am 2. Sportplatz einen
Ballfang. Kosten: 5.000 DM

- Die Turnschülerinnen unter Gerdi Schäfer gewinnen einen von den Raiffeisenbanken
ausgeschriebenen und mit 300 DM dotierten Wettbewerb im Geräteturnen

- Badebesucher im Stadenbad: 60.000(Kammerwoogbad: 74.000)

- Campingplatzergebnis: 2.397 Besucher mit 9.973 Übernachtungen (64% der Gäste kommen aus Holland)

- Dreitägige Hollandfahrt der Jugend-fußballer nach Rijsbergen

- Spendenaktion zur „Abtragung alter Dar-lehensschulden“ übertrifft alle Erwartungen.
Spendenergebnis: 14.636 DM

- 1. Fußballmannschaft wird Herbstmeister
in der Bezirksliga
 


Ein Jahr darauf, also im Jahr 1978, haben die Tischtennisspieler Grund die Korken knallen zu lassen, denn ihre Abteilung feiert 20 Jahre Tischtennis im TuS. Das Fest wird mit einer TT-Werbewoche und den Vereinsmeisterschaften begangen. Abteilungsleiter Georg Diehm zeichnet noch einmal die Höhen und Tiefen dieser 20 Jahre auf. Die Stadenhalle wird 25 Jahre alt. Der Erbauer war Wilhelm Juchem, die Einweihung 1953 und die Übernahme durch den TuS im Jahr 1961. Kaufpreis 40.000 DM. Anbau an der Südseite: Erdgeschoß mit Umkleide-, Wasch- und Duschräumen, Obergeschoß mit Geschäftszimmer und Tagungsraum. Außerdem wird unser Verein mit seinen Fußballern Meister der Bezirksliga und steigt somit in die Südwest - Liga auf. Trainer Bernd Cullmann, der Spielausschuss und die Spieler selbst haben gute Arbeit geleistet und den Aufstieg, wie die Tabelle zeigt, eindeutig geschafft.

In diesem Jahr hat die Jahresversammlung erfreuliche Ergebnisse zu berichten. 1. Mitteilung : Sowohl Stadt, Kreis und Bezirksregierung haben nunmehr ihre Unterstützung für den Hallenneubau in Tiefen-stein zugesagt. Die letzte Entscheidung über die Hallengröße und den Baubeginn wird nun bei der Landesregierung getroffen. 2. Mitteilung : Der TuS ist jetzt schuldenfrei! Die vor einem Jahr ins Leben gerufene Spendenaktion erbrachte 18.000 DM. Außerdem wurde in diesem Jahr das Wort „Trimmen“ in den Duden aufgenommen. Der Begriff „Trimm“ kommt ursprünglich aus der Seemannssprache (ein Schiff in einen ordentlichen Zustand bringen). Auch Hunde werden getrimmt (das Fell scheren). Nun wurde der Begriff ausgedehnt auf die neue Tätigkeit des unbeschwerten Freizeitsports. Im Duden steht unter anderem: Trimm; Trimm-Aktion (des Dt. Sportbundes); trimmen, trimm dich durch Sport. Aus diesem Anlaß gibt Maskottchen „Trimmy“ im November / Dezember-Heft des TuS Ratschläge, wie wir sportlich gut über den Winter kommen !


TuS-Tiefenstein Meister der Bezirksliega Nahe
und damit Aufsteiger in die Südwestliga


Schlagzeilen 1978 ( 1 )

- Aktive der TuS-Turnabteilung nehmen am Deutschen Turnfest in Hannover teil

- Förderverein zur Unterstützung der Fußballabteilung ins Leben gerufen (Initiatoren: Paul Brusius, Heinz Mayer und Alfred Cullmann)

- Erfolgreiche Bandenwerbung – auf Anhieb werden 175m gezeichnet

- Zu den ersten 8 Heimspielen der 1. Fußballmannschaft in der Verbandsliga Südwest kommen 3.245 Zuschauer Einnahmen: 10.228 DM
 

 


Schlagzeilen 1978 ( 2 )

 

- Für 40 Jahre Handballspiel und 20 Jahre Handballschiedsrichter wird Ernst Schütz mit der Goldenen Ehrennadel des Handballverbandes Rheinland ausge-zeichnet. Die Bronzene Ehrennadel erhält Jugendwart Karl-Heinz Bruska

- als 4. Vorstandsmitglied überhaupt wird für 25-jährige Vorstandsarbeit Pressewart Erich Schlenger mit der Goldenen TuS-Ehrennadel mit Brillant ausgezeichnet

- Unser 3. Vorsitzender Hermann Bartholomé erringt zum 25. Mal das Deutsche Sportabzeichen in Gold

- Der Fastnachtsball wird gut besucht. Motto „Alcazar in Paris“. Zur Kinderfastnacht kamen 250 Narren

- Beim 1. Landes-Jugendturnfest in Koblenz (Turnverband Mittelrhein) belegt die TuS-Mädchenmannschaft (8 Mädels)einen hervorragenden 1. Platz

- Handballabteilung nimmt an einem internationalen Turnier in Veendam (Holland) teil

 


Nun will ich berichten, was sich im Jahr 1979 Neues zu Thema Hallenbau ereignet hat. Die Verhandlungen zum Hallenneubau und Schwimmbadverkauf werden in sachlicher Atmosphäre mit Stadt, Kreis und Land weitergeführt. Die Entscheidung des Landes wegen der Hallengröße läßt weiter auf sich warten. In einer weiteren außerordentlichen Mitgliederversammlung kann der Vorsitzende den etwa 150 anwesenden Mitgliedern berichten:

1. Die Landesregierung in Mainz hat dem Hallenbau in einer Größe von 45m mal 21 m mit Tribüne zugestimmt. Die Kosten werden rund 2,9 Millionen DM betragen. Die jährlichen Folgekosten werden mit etwa 60.000 bis 80.000 DM berechnet. Kostenübernahme: Stadt 1,8 Millionen DM, Kreis 280.000 DM, Land 750.000 DM (vorerst). 2. Er kann weiter berichten, dass die Stadt bereit ist, das TuS - eigene Schwimmbad mit einer Grundstücksfläche von 12.600 qm zu einem Preis von 650.000 DM zu übernehmen. ( Die TuS-Forderung nach Gutachten war 715.000 DM, die Zahlungsbereitschaft der Stadt liegt bei 580.000 DM. Kompromiß: 650.000 DM. ) 3. Außerdem wird der TuS-Gaststättenbau mit Nebenräumen und Kegelbahnen anhand von Plänen erläutert. Gegen 23.00 Uhr erfolgt die Beschlussvorlage und einstimmige Zustimmung zu folgenden Punkten: 1. Verkauf des Schwimmbades mit Grundstück an die Stadt für 650.000 DM. 2. Verwendung des Erlöses aus dem Schwimmbadverkauf für den Bau desneuen Vereinsheimes. 3. Ermächtigung des Vorstandes zur Regelung der Folgekosten mit der Stadt. 4. Halle und Gaststättenräume können durch alle Tiefensteiner Vereine genutzt werden. 5. Verhandlungsaufnahme zwecks Bierlieferung mit der Kirner Brauerei. Anmerkung: Hallenbau und Schwimmbadankauf durch die Stadt sind im Stadtrat einstimmig beschlossen !

Das Vereinsmitteilungsblatt ( TuS - Heft ) wird seit 20 Jahren vom TuS herausgegeben und jeweils von den TuS - Schülerinen und Schülern kostenlos in jedem Tiefensteiner Haushalt verteilt. Weiterhin wird im Jahr ‘79 der Rasenplatz im Staden mit einer neuen 440 m langen Barriere umgeben und gleichzeitig als Wasserleitung ausgestaltet. An zehn Zapfstellen kann Wasser für die Berieselungsanlagen auf dem Rasenplatz entnommen werden. Das Wasser wird aus dem Idarbach über eine Brunnenanlage mittels Tauchpumpe in die Barriere eingeleitet. Kosten: 25.000 DM. Grund zum Feiern gibt es auch noch. Aus Anlaß des 100-jährigen Jubiläums des Musikvereins Tiefenstein übernimmt der TuS die komplette Durchführung der Festwirtschaft. Organisationsleiter ist der 2. Vorsitzende Albert Vohl.




Gesamtaufnahme der Fußballabteilung anläßlich der Weihnachtsfeier 1979


1980. Lassen Sie mich dieses Jahr mit weiteren Informationen zum Thema Hallenbau beginnen: Die Ergebnisse der Ausschreibung für Sporthalle und TuS-Vereinsheim liegen inzwischen vor. Sie bewegen sich für die Halle zwischen 3,1 und 4,8 Millionen DM und beim Clubhausanbau zwischen 550.000 und 900.000 DM. Letztendlich wird der Auftrag zum Hallenbau durch die Stadt an die Mainzer Firma Lübbert vergeben. Auftragssumme: 3.015.000 DM. Der TuS-Vorstand lädt die Vorstände aller übrigen Tiefensteiner Vereine ein und informiert sie anhand der neusten Pläne über den bevorstehenden Hallenbau einschließlich Clubheim und Gaststätte. Gegen Ende des Jahres ist es dann endlich soweit: Nach Erledigung vieler Regularien kann am 12. November um 11.00 Uhr endlich der Spatenstich als Auftakt zum Baubeginn der neuen Halle durch Oberbürgermeister Erwin Korb ( für die Sporthalle ) und Vereinsvorsitzenden Johann Reit ( für den Clubhausanbau ) vorgenommen werden.

Hierzu versammeln sich bei kaltem Wetter etwa 120 Bürger im Staden. Es herrscht große Freude. Der 2. Vorsitzende Albert Vohl hat zusammen mit den Bäckern und Metzgern Tiefensteins sowie mit dem Getränkelieferanten Schmidt und der Kirner Brauerei für alle Anwesenden einen kostenlosen Imbiss und einen Umtrunk organisiert, der schließlich unerwartet in fröhliche Volksfeststimmung umschlägt. Johann Reit dankt zum Schluss allen Verantwortlichen, besonders den leitenden Männern der Stadt wie dem Oberbürgermeister Herrn Erwin Korb, seinen Dezernenten für Sport und Kultur, den Herren Dickenschied und Machwirth, der Stadtverwaltung insgesamt, dem Stadtrat mit allen Fraktionen, dem Technischen Ausschuss und dem Sportausschuss. Letztlich gaben sie alle, das sei besonders erwähnt, einstimmig ihre Zusage und stellten die erforderlichen Mittel bereit.

Seit Jahresbeginn erfolgt der Ausschank von Kirner Bier in der Stadenhalle. Bisher wurde 20 Jahre lang Schloßbräu Neunkirchen ausgeschenkt. Auch in der neuen Halle soll Kirner Bier ausgeschenkt werden. Ein entsprechender Vertrag läuft zunächst 15 Jahre. Die Brauerei finanziert den Innenausbau der Gaststätte (45.000 DM), gewährt ein zinsloses Darlehen für die Einrichtung der Küche ( 40.000 DM ) und übernimmt die Planungskosten für den Gaststättenbau durch einen brauereieigenen Architekten. Bierverleger bleibt die Firma Schmidt, Reichenbach. In der Jahreshauptversammlung verzeichnet Rolf Mayer im Kassenbericht rund 60.000 DM TuS-Vermögen ( Anfang 1980 ). Die Schwimmbadkasse verzeichnet laut letztem Bericht vor dem Verkauf an die Stadt Einnahmen von rund 35.000 DM und Ausgaben von rund 49.000 DM ( Berichtsjahr 1979 durch Adolf Weber ). Unsere TuS-Fußballer verbringen bei einer fünftägigen Fahrt nach Berlin ( West + Ost ) schöne und erlebnisreiche Tage. Außerdem kaufte der Verein ein neues „ TuS-Bussje “.



Schlagzeilen 1980 ( 1 )

- TuS-Fußballer nach Vorrunde auf Platz 5 in der Verbandsliga Südwest

- Die Bundesligamannschaft Borussia Mönchengladbach spielt im Staden gegen eine Stadtauswahl

- Der TuS stellt sich auf der Industrieausstellung ( Nahe-Hunsrück ) mit einem Stand vor (Organisation durch Albert Vohl und Hansi Spindler)

- Erste offene Volleyball-Stadtmeisterschaften
von Idar-Oberstein werden durch den TuS ( Arno Stieh ) organisiert. 27 Mannschaften nehmen teil.

- Freiwilliger Arbeitseinsatz auf dem Rasenplatz ( Leitung Hans Wacker ). Es werden 250 Schubkarren Sand/Torf/ Dünger aufgebracht ( Materialkosten: 2.500DM )

- Die Festwirtschaftsabrechnung (Albert Vohl) für das 100-jährige Jubiläum des Musikvereins erbrachte einen Reingewinn von 12.350 DM, der je zur Hälfte unter dem Musikverein und dem TuS aufgeteilt wird.
 

 


Schlagzeilen 1980 ( 2 )

- Hans Wacker wird neuer Abteilungsleiter Fußball. Dank an Paul Schreiber

- Großes Fußballjugend- Pfingstturnier ( Heinz Wallerath ) im Staden mit 10 Mannschaften

- Verleihung der Goldenen Ehrennadel des Leichtathletik-Verbandes Rheinland an Reinhold Becker

- Goldene TuS-Ehrennadel an Alfred Leyendecker verliehen

- Die TuS-Handballabteilung startet mit 7 Mannschaften in die neue Saison

- Unser bewährter Schiedsrichter Meinrad Schupp (Fußball) wird als Linienrichter in das Bundesliga-Gespann Eli aus Enzweiler aufgenommen
 
- Cornelia Dreher ( Schülerinnen A ) läuft neuen Kreisrekord über 800 m in 2:21,7 Min.

- Die TuS-Jugend führt auf der Hoheneck- Alm (1200 m) bei Oberstaufen im Allgäu eine Ferienfreizeit durch.

- Die 1. Volleyballmannschaft wird Meister der Bezirksliga Rhein-Mosel und steigt in die Verbandsliga auf
 


Das Jahr 1981 empfängt uns mit grauen Wolken und Regengüssen. Trotz des schlechten Wetters in den Monaten Januar bis März haben die Bauarbeiten zum Neubau der Sporthalle und des Clubhauses begonnen und werden zügig fortgeführt. In der Jahreshauptversammlung wird die Finanzierung für die neuen TuS-Anlagen erläutert. Die ( endgültigen ) Kosten für das Sportlerheim betragen rund 700.000 DM. Die Summe wird sich durch Kegelbahnbau, Gaststätten- und Kücheneinrichtungen usw. auf rund 1 Million DM erhöhen! Dennoch erklärt der Vorstand die Finanzierung als gesichert. Unter dem Motto „Zum letzten Rodeo“ wird im Februar der letzte Faschingsball in der alten Halle durchgeführt und im November des Jahres wird das Stiftungsfest (106.) ebenfalls zum letzten Mal in der alten Halle abgehalten. Zum letzten Tanz auf den alten Brettern forderte die Band „Night-Birds“ auf.

Ebenfalls Ende des Jahres, genauer gesagt in der Weihnachtswoche, wird das neue Clubhaus in Betrieb genommen. Die ersten Abteilungsweihnachtsfeiern finden bereits in den neuen Räumlichkeiten statt. Gleichzeitig wird das Wirte - Ehepaar Käthe und Heinz Wallerath, das bis zum Schluss die alte Stadenhalle betreute, mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedet und das neue Wirte - Ehepaar Rita und Rainer Vohl in ihre neue Wirkungsstätte eingeführt. Unser Fußballabteilungsleiter Hans Wacker kann in diesem Jahr folgende Spieler für je 300 Spieleinsätze ehren. Bernd Scheiber, Wolfgang Dietrich, Manfred Weber, Hans-Otto Becker, Manfred Cullmann und Hartmut Zimmermann. Allerdings muss die 1. Fußballmannschaft nach dreijähriger Zugehörigkeit leider wieder aus der Verbandsliga Südwest absteigen. Als kleiner Trost für die Abteilung wird die A-Jugend Kreismeister 1980/81.


Die 1. Fußballmannschaft nach ihrem Abstieg
von der Verbandsliga in die Bezirksliga
 

Die alte Stadenhalle ( 28 Jahre alt ) hat bald ausgedient




Die Vorstandsmitglieder Albert Vohl, Erich Schlenger und
Heinz Mayer hatten die TuS-Heft-Austräger/innen zu einer
kleinen Anerkennungsfeier eingeladen

Anläßlich des Stiftungsfestes in der alten Stadenhalle (106.) werden Elfriede Kuhn, Heinz Stark, Paul Matiebe und Kurt Becker zu Ehrenmitgliedern ernannt


Im Januar 1982 wird die neue Stadenhalle fertig und am 22. des Monats festlich eingeweiht. Ich bin sicher, Sie alle kennen unsere Stadenhalle, doch lassen Sie mich trotzdem kurz den Bau beschreiben: Geht man vom Parkplatz aus auf die Halle zu, so befinden sich dort zwei Eingänge, die ausschließlich für die Benutzer der Halle gedacht sind. Die Sportler betreten hier zunächst den „Stiefelgang“. Von dort aus stehen vier Umkleidekabinen zur Verfügung. Die Räume sind alle gleich ausgestattet und teilen sich jeweils in zwei Bereiche auf. Zum einen ist da der Umkleidebereich mit Bänken und Kleiderhaken, zum anderen der Nassraum mit rundem Waschbrunnen und mit Duschen. Außerdem gibt es in jedem der Umkleideräume einen Schiedsrichter bzw. Übungsleiterraum sowie eine Toilette. Von den Umkleideräumen aus gelangt man dann über den „Turnschuhgang“ in die eigentliche Halle. Diese zeigt sich freundlich, hell und farbenfroh. Das Licht fällt durch Lichtkuppeln an der Decke, der spezielle Fußbodenbelag eignet sich für Sportaktivitäten genauso wie für andere Veranstaltungen.

Außerdem sind die Spielfeldmarkierungen für Hand, Volley- und Basketball sowie für Tennis aufgezeichnet. Durch einen elektrisch heb- und senkbaren Vorhang lässt sich die Halle in 1/3 und 2/3 aufteilen. In drei geräumigen Geräteräumen, welche direkt von der Halle aus erreichbar sind, sind die Sportgeräte untergebracht. Die Zuschauer finden auf einer langen Tribüne an der Längsseite der Halle Platz. Die Tribüne ist auf Knopfdruck dreiteilig ausfahrbar. Mit Sitz- und Stehplätzen fasst die Halle zwischen 400 und 500 Zuschauer. Weit mehr Besucher können bei kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten oder Feiern im ganzen Hallenraum aufgenommen werden, so zum Beispiel bei der Einweihungsfeier unserer schönen neuen Halle. Rund 800 Besucher, viele von Ihnen werden auch dabei gewesen sein, ließen sich dieses Ereignis nicht entgehen. Einweihung der neuen Stadenhalle – eine erhebende, beglückende und unvergessliche Feier. So überschrieb Heinz Mayer seinen Artikel für das TuS-Heft.

Nach der Begrüßungsansprache von Oberbürgermeister Korb hält der Rheinland - pfälzische Innenminister Böckmann die Festansprache. Er lobt und beglückwünscht den Verein. Der Musikverein Tiefenstein, sein Dirigent Otto Nitze hatte eigens für diese Feier einen Hymnus „Leuchtender Tag“ komponiert, erhält rauschenden Beifall. Die Chorgemeinschaft Tiefenstein unter Leitung von Theo Fürst stimmt zum Gesang an und erntet für ihr bewegendes „Halleluja“ ebenfalls beifallsstarke Anerkennung. Beklatscht werden auch die Turnkinder für ihren „Ententanz“ und die Tanzgruppe, sie legt einen mitreißenden Disco-Tanz aufs Parkett. Danach kommt dann der große Moment: Die Kommunalbau GmbH Mainz und die Firma Lübbert überreichen der Stadt Idar-Oberstein und dem TuS die Schlüssel für Halle und Clubheim. Der Landrat und weitere Institutionen
lassen durch ihre Vertreter Grüße und Gratulationen überbringen. Für den Landessportbund und seine Verbände spricht Professor Göres. TuS-Vorsitzender Johann Reit sagt unter anderem: Freude und Dankbarkeit erfüllen uns Tiefensteiner Bürger in dieser Feierstunde am heutigen Tag.

Nach vielen Jahren des Wartens, des Hoffens und manchmal auch des Zweifelns ist ein in Tiefenstein lang gehegter Wunsch nun doch in Erfüllung gegangen. Die neue Stadenhalle ist Wirklichkeit geworden! Seine Prognose „diese schöne neue Halle mit Leben zu erfüllen“ wollen die Tiefensteiner dann auch fürs erste mit Freuden einhalten. In den nächsten beiden Tagen laufen um die 1000 Paar Füße durch Halle und Clubheim, um sich an den „Tagen der offenen Tür“ ein Bild vom neuen Gebäude zu machen. Die drei Vereinsvorsitzenden übernehmen bereitwillig die Führungen und beantworten zahlreiche Fragen. Nach der Besichtigungstour finden viele Besucher im Clubheim bei einem Gläschen lobende Worte. Das Wirteehepaar Rita und Rainer Vohl hat ab sofort alle Hände voll zu tun und freut sich auf weitere Gäste. Allgemeiner Tenor: Die neue Halle ist ein Ort, sich sportlich zu ertüchtigen und die Geselligkeit zu pflegen.

Zur Halleneinweihung wird in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank eigens eine Gedenkmünze geprägt und ein Spendenaufruf erbringt bis zur Halleneinweihung bereits 40.000 DM. Mit einer Sportwerbewoche wird Anfang April die neue Stadenhalle auch sportlich eingeweiht. Montagabend erleben wir turnerische Spitzenleistungen. Die Turnriege des TuS zelebriert gekonntes Trampolinspringen. Die gefälligen Vorführungen der Gymnastikriege Höhr-Grenzhausen (Übungen mit Ball, Band und Seil) werden ebenso bestaunt wie die turnerische Eleganz der Niederwörresbacher Mädchenriege (Schwebebalken, Bodenturnen).

Höhepunkt ist der Auftritt der deutschen Spitzenturner Eberhard Ginger und Bernd Effing sowie des oftmaligen finnischen Meisters Nissingen (Schauturnen an Pferd und Reck). Dienstags sehen wir in der Leichtathletik erstmals bei uns Stabhochspringen in der Halle mit dem Baden-Würtemberg-Meister Rolf Heinzmann sowie Kunstradfahren mit der Rheinlandmeisterin Anne Lauber (Oberstein), den Radvierer Nahbollenbach und die Basketballer des TV Oberstein.

Am Handballabend ( Mittwoch ) spielt die inzwischen wieder in die Landesliga aufgestiegene TuS - Elf gegen den Oberligisten TV Siesbach ( Ergebnis 14:16 ) und im Hauptspiel eine verstärkte Stadtauswahl Idar-Oberstein gegen den Regionalligisten Homburg/Saar. Das Spiel endet unentschieden mit 21:21 Toren.

Am Donnerstag ist Tischtennis an der Reihe. Im Hauptspiel des Abends stehen sich zwei deutsche Asse gegenüber. Der deutsche Einzelmeister 1982 Georg Boehm gewinnt gegen den Vizemeister Marcus Fischer ( TTC Grenzau ) klar und überzeugend. Auch die Tiefensteiner Spitzenspieler dürfen je einen Satz gegen den Meister spielen. Ergebnisse: Boehm – Manfred Schreiber 21:5, Boehm – Rainer Diehm 21:5 und Boehm – Karl-Georg Becker 21:10. Der Freitag gehört dann den Volleyballern. Es sind allein fünf verschiedene TuS-Mannschaften im Einsatz. Die erste TuS-Mannschaft tritt im Hauptspiel gegen die Uni Kaiserslautern an und verliert 1:3. Auch bei der ersten Kulturveranstaltung, eine Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ durch die Chorgemeinschaft Tiefenstein und anderer Chöre unter Leitung von Musikdirektor Theo Fürst am 24. April, erweist sich die neue Stadenhalle wegen der guten Akustik ( reiner Zufall ! ) auch als Kulturhalle besonders geeignet. 200 Sängerinnen und Sänger, 50 Musiker und 750 Zuhörer/ Zuschauer füllen die neue geräumige Halle.

Das Motto des ersten Faschingsballs in der neuen Halle lautet: „Narrhalla en de nau Hall“. Zu diesem jecken Ereignis tanzen dann auch über 400 bunt kostümierte Fastnachter durch die Halle. In den ersten acht Wochen nehmen rund 4.000 Personen am Sportbetrieb teil. Die monatlichen Mitgliedsbeiträge werden wie folgt neu festgesetzt: Männer 5 DM, Frauen / Jugendliche 3,50 DM, Schüler 2,50DM, Familienbeitrag 10DM. Fußballtrainer Bernd Cullmann legt seinen Posten nieder, Nachfolger wird Bernd Schreiber. Auch Fußball-Jugendleiter Heinz Wallerath tritt zurück. Fußball- AH-Leiter Herbert Kuhn übergibt sein Amt an Albert Schuler. Das Landes-Spielfest (Hauptveranstaltung des Sportbundes Rheinland) findet mit Südwestfunk-Moderator Lorenz im Staden statt. Rund 50 Spielarten werden angeboten. 4.500 Anwesende vertilgen 1.500 Portionen Erbsensuppe und 180 von Tiefensteiner Frauen gebackene Kuchen. Zum Abschluss startet ein Heißluftballon vom Rasenplatz aus in luftige Höhen. Mutiger Mitfahrer: Sportdezernent Otto Dickenschied.



Guter Besuch bei einer der ersten
Sportveranstaltungen in der neuen Stadenhalle


Spielschlange beim Landesspielfest im Staden

Auch die „Kleinen“ haben ihr Vergnügen



Volles Haus beim 1. Weihnachtskonzert
des Musikvereins Tiefenstein in der neuen Stadenhalle



Zur Erinnerung an die Halleneinweihung
wird eigens eine silberne Gedenkmünze geprägt

 


Schlagzeilen 1982 ( 1 )

 

- Die neue Halle beschert der 1. Handball-mannschaft des TuS bereits im ersten Jahr die Meisterschaft in der Bezirksliga Nahe

- Cornelia Dreher belegt bei einem Schüler-Vergleichskampf zwischen den Verbänden Rheinland, Pfalz, Rheinhessen, Baden und Saarland im 800m Lauf den 1. Platz. Zeit: 2:19,1 Minuten

- Die 1. Volleyballmannschaft bedankt sich in der neuen Halle mit der Vizemeisterschaft in der Bezirksliga Trier. 38:6 Punkte

- Französische Secretin-Tischtennis Akrobaten-Show in der Stadenhalle

 

 


Schlagzeilen 1982 ( 2 )

 

- Stiftungsfest (107.) erstmals in der neuen Halle. 300 Besucher

- Albert Vohl (2. Vorsitzender) und Hermann
Bartholomè (3. Vorsitzender) erhalten von Prof. Göres die Ehrennadel des Sportbundes Rheinland verliehen

- Heini Gordner erhält für achtjährige Arbeit als Schülerleiter die Goldene Ehrennadel des TuS

- Unser B-Jugend Leichtathlet Rolf Dreher
erzielt 1982 folgende Bestleistungen: 100 m: 11,1 sec.; 200m: 23,5 sec.; 400 m: 50,64 sec.; 1000 m: 2:43,2 min.; 110m Hürden: 14,6 sec. (A-Jugend- Rheinlandrekord); 400m Hürden: 55,73 sec.; Weitsprung: 7,11 m; Hochsprung: 1,86 m; Stabhoch: 3,20 m; Kugelstoss: 14,79m; Diskus: 36,28 m; Speer: 48,70m

- Im September wird der 10.000. Sportler in der neuen Halle gezählt !

- Die TuS-Fußballer werden Herbstmeister in der Bezirksliga

- Auf dem Gauturntag erhält Obwerturnwartin Gerdi Schäfer die Ehrennadel des Sportbundes Rheinland

- Anschaffung von sechs neuen Schaukästen für den neuen Gemeinschaftsraum zur Aufbewahrung der vielen Pokale

- Karl-Heinz Schäfer zeigt seinen Film  zum
„Bau der neuen Stadenhalle“

- Einer der besten TuS-Fußballer, Wolfgang Dietrich, von Hans Wacker verabschiedet. Er (Deo), Jahrgang ’51, spielte von 1959 1964 in der Schüler-, von 1964-1969 in der Jugend- und von 1969-1982 in der 1. Mannschaft des TuS

- Peter Cullmann wirft seinen Speer 52,32m weit

- Johann Reit vom Sportbund Rheinland mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet

- Gau-Kinderturnfest im Staden. 350 teil-nehmende Kinder
 


Übungsabend mit 400 Frauen in der neuen Stadenhalle


TuS kauft neuen Mannschaftsbus für Schüler- und Jugendtransporte



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